Was ist Clearing?
Unsere Zielgruppe
Zielgruppe des Mobilen Clearing Teams sind Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder einer Behinderung und einer sozial-emotionalen Benachteiligung. Die Jugendlichen kommen aus Integrationsklassen von Polytechnischen Schulen, Fachmittelschulen, Kooperativen Mittelschulen und Hauptschulen aus ganz Wien. Auch nach Abschluss der Schulzeit kann ein Clearing in Anspruch genommen werden. Ein Clearing ist zwischen 13 und 24 Jahren möglich.
NEU:
Ab Schuljahr 2009/2010 können wir auch Jugendlichen das Clearing anbieten, die
- in der dritten Leistungsgruppe unterrichtet werden und große kognitive Schwächen aufweisen, oder
- einen (voraussichtlich) negativen Hauptschulabschluss haben,
wobei die Zugehörigkeit zum förderbaren Personenkreis durch eine Bestätigung (Antrag) der Schulbehörde nachzuweisen ist. Aktuelle Downloads finden Sie unter: Infos für LehrerInnen
Was bedeutet Clearing?
Clearing bedeutet soviel wie „Abklären“ – gemeint ist ein gemeinsames Abklären mit dem Berater oder der Beraterin, wie es weitergehen soll, was der nächste ideale Schritt am Übergang Schule-Beruf sein kann. Gemeint ist auch eine Klärung der Frage: Kommt der Einstieg in die Arbeitswelt für mich jetzt überhaupt schon in Frage? Weiß ich schon, welcher Beruf mich interessiert? Habe ich schon praktische Erfahrungen in Firmen gesammelt? Oder ist für mich doch noch ein weiterer Schulbesuch sinnvoll?
Der zeitliche Rahmen
Vom zeitlichen Rahmen her umfasst ein Clearing ungefähr 6 Monate, in denen der bzw. die Jugendliche (vom Erstgespräch gemeinsam mit den Eltern bis zum Abschlussgespräch) ungefähr alle 2 Wochen in die Beratungseinrichtung kommt. Clearing findet hauptsächlich außerhalb der Schulzeit am Nachmittag statt.
Zusammenarbeit
Eine Zusammenarbeit und Vernetzung mit Schule und den jeweiligen LehrerInnen der Jugendlichen ist jedoch grundlegend. Das Gleiche gilt für die Zusammenarbeit mit dem Elternhaus und die Vernetzung mit Betrieben, Projekten und Ämtern.
Einzel- und Gruppentermine
Eine sinnvolle Ergänzung der Einzelberatungen bei den zuständigen BeraterInnen stellen Gruppentermine dar. Eine Teilnahme an Gruppenterminen wird mit den Jugendlichen vorab besprochen. Themen, die in der Gruppe behandelt werden, sind zum Beispiel:
Berufspraktische Tage, Berufsorientierungs-Stationen, Vorstellungsgespräche, Videoanalyse, Telefontraining, soziale Kompetenzen etc.
Interessen und Fähigkeiten
Im Clearing erarbeiten die Jugendlichen gemeinsam mit ihren BeraterInnen, wo ihre Interessen und Fähigkeiten liegen. Dies geschieht nicht nur in Form von Berufsorientierung in der Beratungseinrichtung, sondern vor allem in Form von Berufspraktischen Tagen in Firmen und Betrieben am 1. oder 2. Arbeitsmarkt. Diese Schnuppertage werden selbständig oder mit Hilfe der ClearerInnen organisiert und von ihnen begleitet. Herausgefunden werden soll, ob sich die Vorstellungen vom Beruf mit der Realität decken und ob man die entsprechenden Fähigkeiten für diesen Beruf mitbringt!
Die Praxiserprobung der Jugendlichen ist gleichzeitig eine Möglichkeit für Firmen abzuklären, ob der oder die entsprechende Jugendliche für eine Arbeit oder Lehrausbildung im Betrieb in Frage kommt.
Die Clearingmappe
Der Verlauf des Clearings wird in einer Clearingmappe dokumentiert, welche praktische Erfahrungen inklusive Rückmeldungen aus den Betrieben, diverse Arbeitsblätter, Zeugnisse und den Entwicklungsplan mit konkreten Empfehlungen für eine Nachfolgemaßnahme enthält.
Der ideale nächste Schritt
Welche Möglichkeiten gibt es nun für den „idealen nächsten Schritt“?
Für einen Teil der Jugendlichen ist ein weiterer Schulbesuch optimal, um in ihrer persönlichen Entwicklung noch reifer zu werden, sich weiter beruflich orientieren zu können und ihr Schulwissen aufzufrischen oder zu erweitern.
Andere entscheiden sich wieder für eine Teilnahme an einem Nachreifungs- und Qualifizierungsprojekt. Hier können die Berater und Beraterinnen des Mobilen Clearing Teams kompetente Auskünfte und Informationen über die Projektlandschaft anbieten.
Für einige Jugendliche ist ein beruflicher Einstieg im Rahmen eines Lehrverhältnisses oder einer Arbeit realistisch und als idealer nächster Schritt zu sehen. Sie werden von ihrem zuständigen Clearer oder ihrer zuständigen Clearerin in die angeschlossene Jugendarbeitsassistenz übernommen.
Die angeschlossene Jugendarbeitsassistenz
Unterstützung wird in der Jugendarbeitsassistenz bei Bewerbungen und Praktika angeboten. Es gibt Informationen über Rechte und Pflichten am Arbeitsplatz und Begleitung in der Probezeit am Arbeitsplatz. Jugendarbeitsassistenz kann bis zu einem weiteren halben Jahr dauern, Ziel ist eine Arbeits- oder Ausbildungsstelle möglichst am freien Arbeitsmarkt.
Weitere Informationen
Informationen über Angebote innerhalb des Clearings und der angeschlossenen Jugendarbeitsassistenz finden Sie auf folgenden Infoblättern:
Informationsblatt Testtraining
Integrative Berufsausbildung
Die Integrative Berufsausbildung (IBA) ist seit September 2003 gesetzlich verankert und stellt seitdem eine Möglichkeit für die Ausbildung von benachteiligten bzw. behinderten Jugendlichen dar. Entweder kann dabei die Lehrzeit verlängert oder eine Teilqualifizierung absolviert werden. Unterstützung gibt es durch die Berufsausbildungsassistenz. Als Voraussetzung gilt die Empfehlung einer Clearingstelle.
Informationen zur Integrativen Berufsausbildung:
Integrative Berufsausbildung mit verlängerter Lehrzeit
Teilqualifizierung
Berufsausbildungsassistenz
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